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Gutachterverfahren Kaiser-Ebersdorfer Straße

Kenndaten
 
Planungs- Bauzeit:  2008 - 2012     1.Preis
Auftraggeber:in: Stumpf AG
Adresse: 1110 Wien, Kaiser-Ebersdorfer Straße 257-259
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Ausgangssituation

Der Bebauungsvorschlag entwickelt sich in Reaktion auf die örtlichen Sachverhalte:

- die stark befahrene Kaiser-Ebersdorfer Straße im Süden
- der Bebauungssprung durch eine Kammbebauung mit erheblichen Giebelmauern in der Bauklasse II an der westlichen Grundgrenze über die gesamte Liegenschaftstiefe
- die heterogene Mischbebauung mit Kleinhöfen entlang der östlichen Grundgrenze
- der Bauklassenwechsel mit Bauklasse I 7,5 m zuzüglich 4,5 m Dachanteil in geschlossener Bauweise auf der Liegenschaft
- der mit 60 % ungewöhnlich dichte Bebauungsanteil auf der Liegenschaft

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Bebauung

In Subsummierung aller Vorgaben entsteht über vier Geschosse eine flächig vernetzte, vom baulichen Umfeld im Osten abgeleitet kleinteilige Hofbebauung.
Fünf Wohnhöfe (von 15 - 17,5 m x 7,5 m) generieren in Ost-West-Ausrichtung ausreichend belichtete und lärmgeschützte Privatheit.
An der westlichen Grundgrenze bilden zwei, von der Kaiser-Ebersdorfger-Straße bis zur Schmidgunstgasse durchgesteckte Wohnzeilen, entsprechend dem Grundstückszuschnitt eine durchgehende, konische Erschließungszone mit drei einläufigen Stiegenanlagen, gedeckten Laufstegen und Aufzügen in den Zugangsbereichen der beiden Straßen.
Eine zweite Doppelzeile schließt im Osten unmittelbar an und bildet mit eine einläufigen Treppenanlage und einem Aufzug am Hauptzugang in der K.E.-Straße die zweite, ebenso konische, Erschließungszone.

Der Hauptzugang in die Wohnanlage befindet sich hinter einer durchlochten, 6,30 m hohen Lärm- und Sichtschutzwand im Mittelbereich der Anlage an der K.E.-Straße.
Hier befindet sich auch die Eingangslobby mit den erforderlichen Nebenräumen.
Halbierte Wohnhöfe bilden sowohl an der K.E.-Straße im Süden als auch an der Schmidgunstgasse im Norden den jeweiligen Gebäudeabschluss zu den Straßenräumen, wobei die Hofeinschnitte gut geschützte Ost-West-Lichtkörper für die Randwohnungen bilden.

Die Erschließung der Tiefgarage erfolgt über getrennte und eingehauste Ein- und Ausfahrtsrampen an den Grundgrenzen.
Die Fahrbahnbreiten in der Tiefgarage sind dzt. sehr großzügig ausgelegt. Hier könnte als zusätzliches Angebot dem jeweiligen PKW-Stellplatz eine brandsichere Lagerbox für Automaterialien, wie Reifen etc. zugeordnet werden. Derzeit fehlen nach der 1:1 Regel 11 PKW-Stellplätze auf die 88 Wohnungen im Projektstand. Sollte sich der Anteil an 4-Zi-Wohnungen erhöhen, würde dies auch den Fehlbestand an PKW-Stellplätzen reduzieren.
Die laut Bebauungsbestimmung möglichen, viergeschossigen Giebelmauern bilden unter Anwendung der geschlossenen Bauweise in Ableitung der Bebauungsmuster im unmittelbaren Umfeld den baulichen Übergang an den Grundgrenzen.

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Wohnungstypen / Wohnungsschlüssel

Je vier L-förmige 3-Zi-Typen bilden im dreigeschossigen Wohnungsstapel fünf geschlossene und zwei halbe Innenhöfe.
Mit diesem Haupttyp als Einschachtwohnung wird das wirtschaftliche Regelwerk gestapelt.
Die allen Wohnungen zugeordneten gedeckten, oder offenen Terrassen (ausgenommen die Dachterrassen) werden aus wirtschaftlichen Gründen mit vorgehängten kalten Platten hergestellt.
Die mit 69 m2 Wnfl. (73 m2 fb. Fläche inkl. Terr.anteil) kompakten 3-Zi-Wohnungen haben neben einer angemessenen Eingangsdiele (6,3 m2), Bad (5 m2), WC und Abstellraum mit 2 je 12 m2 großen Zimmern brauchbare, im Sinne des Generationswohnen austauschbare Individualräume und eine 27 m2 große Wohnküche mit vorgelagerter Terrasse (2,8 x 2,8 m).

In Rücksicht auf den derzeitigen Trend nach leistbaren Kleinwohnungen mit minimaler Wnfl. Ist der Anteil der 3-Zi-Wohnungen im Wohnungsschlüssel höher als gewünscht angesetzt, da auch für Kleinhaushalte bei geringen Kosten das dritte Zimmer eine interessante Reserveoption im Lebenszyklus darstellt.
Im Dachgeschoss werden aus dem Rücken an Rücken und im Mittelteil auch Seite an Seite gestellten 3-Zi-Typ spezielle, der Exklusivlage entsprechend größere 4-Zi-Wohnungen entwickelt (96 - 108 m2 Wnfl. bzw. 102 - 115 m2 fb. Fläche inkl. Terr.anteil), die aus je zwei 2-Zi-Wohnungen (50 m2 Wnfl.) in T-Form mit jeweils einer Dachterrasse zusammengesetzt sind.
Im Sinne einer flexiblen Wohnungsverwertung kann hier der Wohnungsschlüssel sehr spät (Innenausbau) an die verwertbare Bedarfslage angepasst werden.

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Fotos: © Rupert Steiner

 

 

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Publikationen:
WHA Kaiserebersdorferstraße Architektur Zentrum Wien / nextroom, 31.08.2015

Bilder:
weitere Fotos von Rupert Steiner

 

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